Brew Bar oder: Oh, wie schön ist Panama!

Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom Tiger und dem kleinen Bär? Eines Tages finden sie alles doof zu Hause und wollen nach Panama auswandern. Sie gehen aber nur im Kreis und kommen einfach wieder zu Hause an. Aaaber: Vor dem Haus finden Sie den Wegweiser, den sie selbst zu Beginn ihrer Reise aufgestellt haben und darauf steht „Panama“.

Deshalb ist es jetzt in der guten alten Hütte viel schöner als vorher, das Sofa ist viel weicher und die Bouillon schmeckt viel besser – denn: Es steht Panama drauf, dann muss auch Panama drin stecken.

Brew Bars erfinden die Filtertüte neu

An diese Geschichte musste ich spontan denken, als ich einen Bericht über Brew Bars sah. „Brew Bar“, das ist anglizistisches Neudeutsch – nicht etwa für eine Augenbrauenzupf-Folterstation, das gibt es auch, sondern für eine Plörre-Braustätte, kurz einen Ort, an dem Kaffee mit Hilfe von Filtertüten gebraut wird. Melitta reloaded.

Wer allerdings jetzt verächtlich die Nase rümpft, an aufgeweichte Filtertüten, Plastikkaffeemaschinen mit Heizplatte und versiffte Filtereinsätze denkt, liegt völlig falsch. Im Panama-Kaffeefilterland ist wirklich alles besser: Die Filtertüte ist völlig neu erfunden und selbstverständlich werden unterschiedliche Kaffeesorten mit passenden Filterlagen gaaaanz individuell aufgegossen. Wer dieser Zeremonie einmal virtuell beiwohnen möchte:
Bitte sehr …

Schwenken und kreisen mit der Stoppuhr

Aber was heißt schon aufgegossen! Hier in Panama ist allein das Aufgießen eine Kunst für sich. Schwenken, kreisen und dabei niemals länger als xx Sekunden – je nach Kaffeesorte – die eigens für den Brewer designte Stoppuhr hilft dabei. Wer weiß, ob nicht sogar die Sekunden besser sind als früher. Panama-Sekunden …

Apropos Design: Walter White alias Heisenberg würde angesichts des nagelneuen Brew-Bar-Equipments vor Neid erblassen. Das sieht tatsächlich mehr nach einem stylischen Chemielabor als nach dem guten alten Melitta-Handwerkszeug aus.

Total lustig das Interviews mit so einem schnöseligen Hipster, der schamlos begeistert von den neuen „fruchtigen Noten“ schwärmt, die bei diesen „Hochdruck-Kaffeemaschinen ja total totgepresst“ werden. Tja, auf einmal schmeckt der Kaffee nach Bananen! Weil Panama „Brew Bar“ drauf steht. Echt süß, der Kleine! Aber, dass der schon Kaffee trinken darf – sicher ohne Koffein.

Umweltfreundlich ist das Ganze immerhin – glaube ich. Schadet also nichts. Ich bin gespannt, wie lange dieser Trend anhält. Wisst ihr noch Bubble-Tea? Was war das noch mal?

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